Möbel DIN 66084 P-a zertifiziert schwer entflammbar
DIN 66084 P-A – Brandverhalten von Polstermöbeln / Polsterverbund einfach erklärt
Die DIN 66084 ist die zentrale deutsche Norm für das Brandverhalten von Polstermöbeln. Sie legt fest, wie sicher Sitzmöbel im Brandfall sind und welche Anforderungen sie für den Einsatz in Schulen, Universitäten, Bibliotheken, Hotels, Pflegeeinrichtungen, Behörden oder anderen öffentlichen Gebäuden erfüllen müssen.
Bei Brandschutzmöbel24 erfahren Sie, was die Klassifizierung DIN 66084 P-A bedeutet, wie die Prüfverfahren ablaufen – und welche Sofas, Sessel und Sitzmöbel nach DIN 66084 P-A wir dafür anbieten.
Die DIN 66084 bewertet das Brandverhalten von Polstermöbel-Verbundsystemen, die aus Schäumen, Textilien, Holz, Unterbauten und Polsteraufbauten bestehen.
Dabei geht es um drei zentrale Fragen:
- Wie schnell entzündet sich ein Polstermöbel?
- Wie weit breitet sich ein Brand im Möbel aus?
- Wie sicher verhält sich das Möbel bei Glut- oder Flammeneinwirkung?
Dadurch liefert die DIN 66084 eine verlässliche Einschätzung, ob ein Möbelstück für den Einsatz in öffentlichen Gebäuden, Pflegeeinrichtungen, Hotels, Schulen oder Verwaltungsbereichen geeignet ist. Das Ergebnis der Prüfung führt zu einer Klassifizierung in DIN 66084 P-a, P-b oder P-c – wobei P-a die höchste Brandschutzklasse für Polstermöbel darstellt.
Was möchten Sie tun?
Prüfverfahren nach DIN 66084: Wie wird ein Möbel im Polsterverbund schwer entflammbar zertifiziert?
Die DIN 66084 kombiniert drei Prüfverfahren, um das Brandverhalten von Polstermöbeln realitätsnah zu bewerten. Zwei davon basieren auf der internationalen DIN 1021-1 und DIN 1021-2 (Zigaretten- und Streichholztest), das dritte stammt aus der früheren DIN 54341 (Papierkissentest) und prüft eine brennendes Papierkissen auf der Sitzfläche. Nur wenn ein Möbelstück alle drei Tests zuverlässig besteht, erreicht es die höchste Klassifizierung DIN 66084 P-A.
1. DIN 66084 P-c (niedrig)
Prüft: Was passiert wenn eine glimmende Zigarette auf dem Möbelstück liegt?
Prüfverfahren: Zigarettentest (Prüfnorm: DIN EN 1021-1)
Bei diesem Test wird eine glimmende Zigarette auf die Polsterauflage gelegt. Das Möbel darf keine Flammen bilden und das Glutnest muss von selbst verlöschen, ohne weiter in den Schaum einzudringen. Der Test simuliert eine der häufigsten realen Brandursachen in Innenräumen.
Ein bestehen des Zigarettentests führt zur Klassifizierung des Polsterverbunds nach DIN 66084 P-c
Weiterführende Norminfo: → Ausführliche Details finden Sie auf unserer Seite zur Zigarettentest DIN EN 1021-1.
2. DIN 66084 P-b (mittel)
Prüft: Was passiert wenn kleine offene Flamme Kontakt mit dem Polster hat (z.B. Streichholz)?
Prüfverfahren: Flammentest / Streichholztest (Prüfnorm: DIN EN 1021-2)
Hier wird eine kleine offene Flamme für wenige Sekunden an die Polsterkante gehalten. Das Material darf nicht weiterbrennen, nachdem die Flamme entfernt wurde. Der Test bildet typische Zündquellen ab, etwa Streichhölzer oder Feuerzeuge.
Ein bestehen des Streichholztests führt zur Klassifizierung des Polsterverbunds nach DIN 66084 P-b
Weiterführende Norminfo: → Details zur Norm finden Sie in unserer Streichholztest DIN EN 1021-2 Erläuterung.
3. DIN 66084 P-a (hoch)
Prüft: Was passiert wenn ein größeres offenes Feuer in Kontakt mit dem Polster kommt?
Prüfverfahren: Papierkissentest (Prüfnorm: früher nach DIN 54341)
Beim Papierkissentest wird eine brennende Papierauflage (100g Papierkissen) auf die Sitzfläche gelegt. Dabei dürfen die Flammen nicht höher als 45 cm der Rückenlehne steigen und die Armlehnen nicht erreichen. Weitere Bedingung für das Bestehen ist, dass der Polsterverbund nach 15 Minuten von selbst erloschen ist. Das Verfahren basiert auf der früheren DIN 54341 und bildet ein wichtiges Element der heutigen DIN 66084.
Ein bestehen des Papierkissentests führt zur höchstenKlassifizierung des Polsterverbunds nach DIN 66084 P-a
Schnellüberblick: Brandschutzklassen bei Möbeln nach der DIN 66084
| Klasse | Bedeutung | Brandverhalten | Typische Einsatzbereiche |
|---|---|---|---|
| DIN 66084 P-A | Höchste Brandschutzklasse | Sehr schwer entflammbar, kein selbstständiges Weiterbrennen, kontrollierte Rauchentwicklung | Öffentliche Gebäude, Flure, Hotels, Pflegeeinrichtungen, Schulen, Behörden, Wartezonen |
| DIN 66084 P-B | Mittlere Klassifizierung | Begrenztes Brennverhalten, Brand kann sich verzögert ausbreiten | Gewerbliche Innenräume ohne besondere Brandschutzauflagen |
| DIN 66084 P-C | Niedrigste Klassifizierung | Kann bei Zündquelle weiterbrennen | Überwiegend privater Bereich, Räume ohne erhöhte Brandschutzanforderungen |
DIN 66084 P-a Zertifikat: - Papierkissentest am Beispiel eines Sessels
Der Vergleich zeigt einen Sessel komplett ohne Brandschutzausstattung im Vergleich mit einem Sessel der als Polsterverbund nach DIN 66084 P-a zertifiziert ist. Der Sessel ohne Brandschutz-Zertifizierung steht bereits nach wenigen Minuten komplett in Flammen. Der Sessel mit DIN 66084 P-a Zertifikat (Polsterverbund) hingegen hat eine selbstlöschende Wirkung. Die Flamme erreicht die seitlichen Armlehnen nicht und das Feuer geht nach wenigen Minuten von selbst aus. Es gibt keine starke Rauchentwicklung.
Wie unterscheiden sich Möbel mit DIN 66084 P-a Zertifikat zu "normalen" Möbeln?
Möbel mit der höchsten Klassifizierung DIN 66084 P-A sind speziell ausgestattete Polstermöbel, bei denen alle Komponenten als geprüfter Verbund zusammenwirken.
Entscheidend ist nicht ein einzelnes Material, sondern das Gesamtverhalten des Möbelstücks im Brandfall.
Der typische Aufbau eines DIN 66084 P-A Möbels
- Bezugsstoff: schwer entflammbar, begrenzte Flammenausbreitung und Rauchentwicklung
- Interliner (Brandschutzlage): schützt den Polsterschaum vor direkter Hitze und verzögert die Branddurchzündung
- Polsterschaum: kontrolliertes Brandverhalten mit selbstverlöschenden Eigenschaften im Verbund
- Unterkonstruktion/Gestell: konstruktiv so ausgeführt, dass keine Brandweiterleitung begünstigt wird
Der Interliner ist dabei häufig das zentrale Element und häufig ausschlaggebend für das Bestehen des Papierkissentests nach DIN 54341.
Warum DIN 66084 P-A für Möbel in öffentlichen Bereichen so wichtig ist?
Polstermöbel zählen im Brandfall zu den kritischsten Brandlasten in Innenräumen. Besonders in stark frequentierten Bereichen wie Hotels, Pflegeeinrichtungen, Behörden, Schulen oder Krankenhäusern müssen Sitzmöbel ein maximal sicheres Brandverhalten aufweisen, damit im Ernstfall Flure und Fluchtwegen möglichst lange frei bleiben. Die höchste Klassifizierung nach DIN 66084 P-a sorgt dafür, dass sich Brände nicht schnell ausbreiten und Fluchtwege rauchfrei bleiben.
Drei gute Gründe, warum in sensiblen Bereichen die DIN 66084 P-a für Möbel gefordert wird:
1. Minimale Brandweiterleitung:
- Das Polster beginnt nicht selbstständig zu brennen
- Schäume und Bezüge breiten eine Flamme nicht aus
- Auch verdeckte Glutquellen entzünden das Möbel nicht
- Das verhindert schnelle Flashover-Situationen in Innenräumen
2. Deutlich reduzierte Rauchentwicklung (Rauch ist die Haupttodesursache bei Bränden)
- P-A Materialien setzen weniger Rauch frei
- Rauch entwickelt sich langsamer
- Rettungswege bleiben länger begehbar
- Gebäude können schneller evakuiert werden
3. Kein gefährliches Abtropfen (Brandbeschleuniger)
- Materialien tropfen nicht brennend ab
- Es entstehen keine zusätzlichen Brandherde am Boden
- Der Brand breitet sich nicht über herunterfallende Partikel aus
DIN 66084 P-a Möbel mit Zertifikat
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